Traumatherapie (Brainspotting)

Brainspotting (BSP) (brain = Gehirn, spotting = etwas ausfindig machen), 2003 von D. Grand entwickelt, ist eine Methode zur Verarbeitung von Trauma und Traumafolgestörungen (Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS).

Brainspotting geht davon aus, dass z. T. unbewusste, aber belastende Gedächtnisinhalte (Erinnerungen, emotionale Erfahrungen) über gerichtete, gehaltene Blickrichtung der Augen ganz gezielt aktiviert, bewusst gemacht und neu verarbeitet werden können. Das mit der Augenposition einhergehende Muster der Hirnaktivität wird als Brainspot bezeichnet.

Die praktische Durchführung knüpft an die Traditionen von EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) an. EMDR unterstützt die psychologische und neuronale Verarbeitung durch Augenbewegungen, Brainspotting hingegen sucht die geeignete Augenstellung des Klienten und regt durch Blickfixierung die Selbstheilung an.

BSP arbeitet intuitiv, immer auch lösungs- und ressourcenorientiert. Es wird im Verarbeitungsprozess zwischen positiven Zuständen (Ressourcen) und der Aktivierung der erlebten Belastung gependelt, um so zur Affektregulation und zu tragfähigen Lösungen zu kommen.

Auf der Grundlage einer klientzentrierten Beziehung und dem individuellen Fokus der Aufmerksamkeit soll das Zentrale Nervensystem in die Lage versetzt werden sich selbst zu „reparieren“ und organisieren, selbst posttraumatischen Störungen (Gewalterfahrungen, lebensbedrohliche Erlebnisse etc.) zu verarbeiten.

Die Erfahrung der Selbstregulation –und zwar in extrem kurzer Therapiezeit- kann durch zahlreiche positive Ergebnisse in dieser Praxis nur bestätigt werden!

 

Dazu aus Wikipedia 21.10.2015:

„Hildebrand et al.(2015) konnten in Vorstudien zur Wirksamkeit von Brainspotting zeigen, dass für alle drei Bereiche der PTBS-Symptomatik (Wiedererleben, Vermeidung, Hyperarousal) Brainspotting zu einer signifikante Verbesserung zwischen der Prä- zum Postmessung führt. Auch die Werte für Angst und Depression nahmen signifikant ab. Bei über 90 % der Klienten stellte sich nach Einschätzung des Therapeuten nach drei Sitzungen eine mittlere bzw. signifikante Verbesserung ein. Ebenso nahm nach Aussagen der Klienten der Grad der emotionalen Belastung von der ersten zur dritten Sitzung signifikant ab.[ Hildebrand, A., Grand, D., Stemmler, M. (2015). Zur Wirksamkeit von Brainspotting- ein neues Therapieverfahren zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen. Trauma: Zeitschrift für Psychotraumatologie und ihre Anwendungen 13(1).“