Psychologische Schmerztherapie

Wenn Menschen unter (chronischem) Schmerz, wie bei Migräne und Kopf-, Nacken und Rücken-, Muskel- und Gliederschmerz etc. leiden, so bestimmt dieser meist das gesamte Fühlen, Denken und Handeln, bindet die gesamte Konzentration und beeinflusst quasi alle Lebensbereiche. Schmerz ist ein hoher Stressfaktor.

Chronischer Schmerz wird heute nicht mehr als allein körperlich verursacht angesehen. Stress- und spannungsbedingte Faktoren durch Einflüsse aus Umwelt, sozialen Beziehungen und aus dem emotionalen Erleben des Einzelnen haben große Auswirkungen auf dessen Schmerzwahrnehmung. Schmerzen spürt man körperlich und seelisch, denn das körperliche Empfinden bekommt immer auch eine emotionale Bedeutung.

Die Psychologische Schmerztherapie versucht Gedanken, Emotionen, das Verhalten und Konflikte beim Schmerzgeschehen günstig zu beeinflussen, sodass eine Schmerzreduktion und -kontrolle wieder möglich wird. Sie bündelt mehrere therapeutische Ansätze, wie z.B. Verhaltenstherapie, Achtsamkeitstraining, Entspannungstechniken, Mentale Steuerung.

Typische Schmerzauslöser und -muster sollen erkannt und quasi wieder verlernt werden. Durch Konzentration und Achtsamkeit werden Schmerzen in ihrer besonderen Qualität wahrgenommen, auslösende oder verstärkende Stressfaktoren werden erfahren und können verarbeitet werden. Durch Entspannungsverfahren und Bewegung lassen sich körperliche wie emotionale Spannungen reduzieren, sowie ein Ausgleich zu Schmerzen schaffen. Änderungen in Denk- und Verhaltensstilen können erlernt werden, um Schmerz zu reduzieren und verbleibende Schmerzen günstiger anzunehmen.

Eine integrativ-orientierte Psychologische Schmerztherapie berücksichtigt also Körper, Emotion, Gedanken und Handeln eines Betroffenen. In dieser Praxis wird sie darüber hinaus um die verhaltenstherapeutische Biofeedbackmethode erweitert.

Ziel ist es, Ihnen eine individuelle und vor allem ganzheitlich orientierte Behandlung bei Schmerzen, psychosomatischen und stressbedingten Beschwerden anzubieten. Die natürlichen Stärken und Selbstheilungsmechanismen des eigenen Körpers sollen dabei genutzt und gestärkt werden.

Für wen kann eine psychologische Schmerztherapie sinnvoll sein?

  • Für Menschen mit immer wiederkehrenden Schmerzen.
  • Für Menschen, die neben der medizinisch-pharmakologischen Therapie Ergänzungen suchen, die „keine Nebenwirkungen“ haben.
  • Für Menschen, die Verantwortung für ihre Behandlung übernehmen wollen.
  • Für Menschen, die ihre Schmerzen als psychologisch (mit)bedingt ansehen.
  • Für Menschen, die Schmerzen als hohe Stressbelastung erleben.

Ziel ist es die Schmerzen zu reduzieren und das Schmerzleiden zu verringern - oder wenn psychogene Ursachen bekannt sind, diese zu erkennen und aufzulösen. Es lässt sich lernen, Schmerzen besser zu verarbeiten, sie bewusster aus dem „Denk-Fühl- und Verhaltens-Mittelpunkt“ zu verschieben und die Schmerzerwartungsangst abzubauen. Das erhöht deutlich die Lebensqualität.

Dieses von mir geschriebene Buch kann Ihnen weitere wertvolle Informationen dazu bieten:

Jutta Richter: Schmerzen verlernen. Die erfolgreichen Techniken der psychologischen Schmerzbewältigung. Springer Medizin Verlag, 2011